Aufbau eines Wärmekatasters 

Wie viel Energie wird im Land Gießen zum Heizen verbraucht? Aus welchen Quellen wird diese Energie gewonnen? Wo liegen die Einsparpotenziale? Diese zentralen Fragen des Wärmebedarfs soll ein flächendeckendes Wärmekataster beantworten. Die Erstellung erfolgt durch die Bioenergie-Region Mittelhessen mit dem Landkreis Gießen und der Stadtwerke Gießen AG (SWG).

Wärme aus regenerativen Quellen

Während der Anteil des Stroms aus regenerativen Quellen in Deutschland 2011 bei und 20% lag, beträgt der Anteil erneuerbarer Energien am Wärmemarkt im selben Jahr nur ca. 10%, im Landkreis Gießen sogar nur rund 6%. Er liegt hier also deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.

Wärmesenken ermitteln

Um den Landkreis Gießen mit regenerativer Wärme versorgen zu können, wird ein auf Kreiskommunen differenziertes Wärmekataster entwickelt. Darin sollen Wärmebedarfe von Privathäusern und Industrie einem möglichen Wärmeüberschuss beispielsweise aus der Industrie gegenübergestellt werden. Auch können nachbarschaftliche Häuser mit hohem Wärmebedarf ermittelt werden. Die bietet die Basis für Verbundlösungen zur Beheizung mit gemeinsamen Pellet- oder Holzhackschnitzelanlagen.

Strategien für Energieeffizenz und Energieeinsparung

Parallel zu den Wärmebedarfen werden für die relevanten Strukturen vorhandene Effizienz- und Einsparpotenziale erhoben und beschrieben. Große Potenziale bestehen im Rahmen von gezielten energetischen Sanierungsmaßnahmen, aber auch in der Nahwärmeversorgung über die Kraft-Wärme-Kopplung als besonders effiziente Form des Primärenergie-Einsatzes.

Wärmeträgerpotenziale darstellen

Ein großes Potenzial besteht immer noch in der Wärmegewinnung aus Biomasse.Doch auch die Nutzung weiterer relevanter regenerativer Wärmeträger wird konsequent ausgebaut. Das differenzierte Wärmekataster erlaubt dabei dabei die Synchronisierung der Bedarfs- und Angebotsseite auch über kommunale Grenzen hinaus. 

Praktische Entwicklungs- und Umsetzungsinitiativen

In der letzten Projektphase ist die praktische Umsetzung geplant: die identifizierten vorhandenen Wärmesenken sollen aus regenerativen Quellen mit Wärme versorgt werden. Eingebettet in das Leitprojekt "Kommunen bei ihrer Energiewende unterstützen" der Bioenergie-Region Mittelhessen wird die systematische Umsetzungsstrategie durchgeführt. Das Vorgehen im Landkreis Gießen bildet den Modellfall für eine Übertragung auf die Teilregionen der Bioenergie-Region Mittelhessen sowie weitere mittelhessische Regionen und Landkreise.

News

Auf Initiative der Bioenergie-Region Mittelhessen gründen gerade insgesamt sieben mittelhessische LEADER-Regionen eine Kooperation. Ziel ist es, langfristig ein gemeinsames "Schnittgutmanagement" aufzubauen. Das bedeutet, dass die Regionen untereinander die Verwertung ihres Grünschnitts...

Das Dorf Kleinseelheim, im Landkreis Marburg-Biedenkopf, plant schon seit längerem, sich unabhängig bei der Wärmeversorgung zu machen. Die aktuell durchgeführte Machbarkeitsstudie zum Aufbau eines Wärmenetzes aus 100 % Erneuerbaren Energien zeigt bereits, wenn mindestens 98 Gebäude mitziehen, dann...

Strohgedämmte Außenwand: Bereits mit 10 mm Putz feuerbeständig (F90-B) Mit Strohballen lassen sich auf einfache Weise hochgedämmte, umweltfreundliche und langlebige Wände erstellen. Der Fachverband Strohballenbau Deutschland e.V. wurde 2002 gegründet, um diese besondere Bauweise zu fördern....