Hecken in der Bioenergie-Region Mittelhessen

Geschätze 15.000 Kilometer Hecken durchziehen die offene Landschaft des Vogelsbergkreises. Sie prägen das Landschaftsbild, schützen vor Erosion und sind Nahrungs- und Lebensgrundlage für viele Kleintiere und Vögel. Damit die Hecken mit ihren Funktionen erhalten bleiben und die Verkehrssicherheit an Straßen und Wegen gesichert ist, müssen Hecken alle 10 bis 15 Jahre geschnitten werden.

Bislang werden die Hecken nur vereinzelt und mit hohem Kostenaufwand gepflegt. Viele Heckenzüge sind inzwischen überaltet, behindern Wege oder landwirtschaftlich genutzte Flächen.

Die Ziele des Heckenprojektes

Können die sinnvollen Pflegemaßnahmen durch das anschließende Hacken und den Verkauf von Holzhackschnitzel refinanziert werden? Um diese Frage zu beantworten, hat die Bioenergie-Region Mittelhessen in zwei Kommunen des Vogelsbergkreises ein "Heckenprojekt" initiiert und betreut. Die Ziele des Projektes sind:

  • Überschlägige Ertragsprognosen und Kostenbilanz erlangen
  • Best Practice-Leitfaden darstellen und weitergehende Leitlinien für besondere Heckenstrukturen ableiten
  • Umsetzungsvorschläge mit den Akteuren vor Ort für ein flächendeckendes Heckenmanagement im Vogelsbergkreis entwickeln

Schritt für Schritt zum bezahlten Schnitt?

 

Mit Hilfe von Luftbildkarten, Kartierungen und Katasterdaten wurden die Hecken erfasst und die Eigentumsverhältnisse bestimmt. Während eines Vor-Ort-Termins wurden dann, in Abstimmung mit dem Bürgermeister, der Unteren Naturschutzbehörde, dem Amt für ländlichen Raum, dem Naturschutzgroßprojekt und der Bioenergie-Region Mittelhessen, die Hecken für die Pflegemaßnahmen ausgewählt. Die Ausschreibung der Schnittmaßnahmen, die Beauftragung des Pflegeschnitts sowie die Durchführung der Schnittaktion in Form einer publikumswirksamen Maßnahme, bildeten die nächsten Meilensteine des Projektes.

Eine kostenneutrale Pflege kann möglich sein

 

Unter bestimmten Voraussetzungen können, durch den Verkauf der Holzhackschnitzel (HHS), die Kosten für die Pflegemaßnahme gedeckt werden. Allerdings ist die Streuung der Kosten und Erträge enorm. Beeinflusst werden die Erträge vor allem durch die Art der Hecken und natürlich durch den Pflegerhythmus. Im Vogelsberg ergab eine Mischung aus Hoch- und Niederhecken einen Holzhackschnitzelertrag von 35 Schüttraummetern pro 100 Meter Heckenabschnitt (srm/100 m Hecke). Weitere Einflussfaktoren auf die Kosten- und Ertragsstruktur sind die Zusammenstellung der Lose, die Befahrbarkeit der Wege, der Feuchtgehalt der Hackschnitzel sowie die Vermarktungsart (Stichwort Direktvermarktung).

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse finden Sie hier.

Wie geht es weiter?

Um die Zahlen belastbarer zu machen, wurden im Herbst und Winter 2014/2015 weitere Heckenabschnitte gepflegt. Die Ergebnisse werden gerade ausgewertet. Des Weiteren überlegt die Bioenergie-Region Mittelhessen gemeinsam mit verschiedenen Akteuren, wie ein Hecken- oder Schnittgutmanagement in der Region eingerichtet werden kann.

 

Die Projektpartner:

Bioenergie-Region Mittelhessen, Vogelsbergkreis, Amt für den ländlichen Raum und Daseinsvorsorge, Gemeinde Lautertal und Stadt Ulrichstein (Vogelsbergkreis).

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