"Biokohle" - Brennstoff aus Biomasse

Energetisch nicht verwertbare Biomasse als festen Regelbrennstoff zu erschließen - das war das Ziel am Institut für Thermodynamik, Energieverfahrenstechnik und Systemanalyse der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM). Deshalb prüfte man dorf die Eignung von land- und forstwirtschaftlichen Reststoffen als Biomassequelle für die Produktion von Pflanzenkohle. Gefördert über das LOEWE-Programm der hessischen Landesregierung entstand in Kooperation mit der Bioenergie-Region Mittelhessen das Projekt "Entwicklung eines biokohlehaltigen Regelbrennstoffs für Kleinfeuerungsanlagen im häuslichen und gewerblichen Bereich". 

Produktion von Pflanzenkohle 

Pflanzenkohle ist chemisch identisch mit Braun- oder Steinkohle. Allerdings wird der Vorgang der Kohlebildung, für den die Natur Jahrmillionen braucht, in einem thermochemischen Prozess innerhalb weniger Stunden in einem Reaktor vollzogen. Als Pflanzenkohle-Produktionstechniken werden Hydrothermale Carbonisierung (HTC) und Niedertemperaturkonvertierung (NTK) eingesetzt. Dabei wird feste Biomasse bei erhöhter Temperatur und unter erhöhtem Druck in Kohle und Wasser umgewandelt.

Ein großes Spektrum an Biomasse kann zu Biokohle carbonisiert werden: der Inhalt der Biotonne, Grünabfälle aus Garten- und Landschaftspflege, Holzabfälle, selbst Klärschlamm und Weintrester.

CO2-neutrale Verbrennung unter hoher Energieausbeute

Biokohle verbrennt CO2-neutral, dass heißt sie gibt genau so viel Kohlendyoxid in die Atmosphäre ab, wie die Pflanzen zuvor durch Photosynthese gebunden hatten. Darüber hinaus kann die in der Biomasse enthaltene Energie optimal, nämlich zu fast 90% ausgenutzt werden. Zudem lässt sich Biokohle gut lagern und transportieren. Trotzdem wird dieses Biomassepotenzial derzeit nicht oder kaum energetisch genutzt. Bioabfälle wurden bislang hauptsächlich direkt verbrannt oder kompostiert.

Biokohle ersetzt fossile Energieträger

Kamin- und Kachelöfen, Herde, Raumheizer, Saunaöfen - der Markt dezentraler Kleinfeuerungsanlagen boomt. Im Projekt wird derzeit untersucht, ob auch dieser Markt für den Einsatz biokohlehaltiger Brennstoffe geeignet ist. Dabei kann durch die Wärmeerzeugung aus Biomasse ein beträchtlicher Anteil fossiler Energieträger eingespart werden. Im häuslichen Bereich kann Biokohle Gas und Heizöl ersetzen, bei der Fernwärmeerzeugung in Heizkraftwerken fossile Kohle und selbst in der Elektrizitätswirtschaft kann Biokohle in Kraftwerken als Ersatz für fossile Brennstoffe herangezogen werden. Auch an Energiecontracting wird bereits gedacht. 

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