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Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

heute erhalten Sie eine Sonderausgabe unseres Newsletters. Regelmäßig gewinnen wir Personen, Institutionen, Unternehmen oder öffentliche Einrichtungen als Partner der Bioenergie-Region Mittelhessen, die sich im Bereich Erneuerbare Energie regional engagieren. Eine Aufstellung unserer Partner finden Sie hier

Wir freuen uns, als Partner der Bioenergie-Region Mittelhessen zu begrüßen:


Landwirt Dieter Seip


(Langgöns, Landkreis Gießen)


Porträt:


Jahrgang: 1947


Dieter Seip war während seiner Tätigkeit als Landwirt sowohl im Voll- als auch im Nebenerwerb tätig. Seit Ende 1980 ist er Betreiber einer Pferdepension. Im Jahr 2000 hatte er 64 Pferde im Stall und auf der Weide. Seit dem hat er den Betrieb auf 24 Pferde reduziert. 2010 begann er seine Tätigkeit als Energiewirt durch den Anbau von Schnellwachsenden Pappeln zur Gewinnung des Brennstoffs Holzhackschnitzel. So wird der Pferdehof auch noch zum Biomassehof

Der Grund der Auszeichnung:


Dieter Seip ist in der Bioenergie-Region Mittelhessen einer der ersten Landwirte, der den Anbau von Schnellwachsenden Pappeln zur Produktion von Holzhackschnitzeln begonnen hat.
Holzhackschnitzel sind eine regenerative Alternative zu den Brennstoffen Öl und Gas.

Wie es dazu kam

Anstoß gab ein Messebesuch in Gießen, der über Heizungssysteme informierte. „Bei meinem nächsten Gang durch den Wald wurde mir klar, dass Holz die Zukunft ist, weil Öl und Gas immer teurer werden“, so Seip. Seit dem holt er das Holz aus dem Wald oder fährt Schnittgut von kommunalen Pflegearbeiten ab. Nach einer Lagerung zum Trocknen wird es gehäckselt und kann dann als Brenngut verwendet werden.
Der zweite Schritt geschah dann praktisch im Krankenhaus, wo Seip sich im Bett liegend langweilte. Eine optimale Gelegenheit, um sich Gedanken über die Zukunft zu machen. Da wurde die Tochter eingespannt um Literatur über den Anbau von schnellwachsenden Hölzern auch Kurzumtriebsplantagen (KUP) genannt zusammenzustellen. Zwei Ordner kamen zusammen, deren Lektüre die Krankenhauszeit verkürzen half.

Im Frühling 2010 wurden die ersten 2,5 Hektar (25.000 m2) gepflanzt. Die Pappeln sind jetzt etwa 2,50 m groß und sollen bis zu Ihrer Ernte 2013 noch etwa 6-7 Meter erreichen. Bei einem Ertrag von 8-12 Tonnen werden dann etwa 25 Tonnen geerntet. Nach dem Häckseln und Trocknen steht ein Brennstoff zur Verfügung, der am besten ortsnah, ohne weite Anfahrtswege verbrannt werden sollte. Denn wenn noch lange Transportwege hinzukommen wird der Brennstoff zu teuer.

„Die Natur spielt ein bisschen gegen uns, aber das sind wir gewöhnt“,
Kommentar zur Trockenheit im Frühling, die auch den Pappeln nicht gut bekam.

Diese Jahr im Frühling wurde wieder eine ähnliche Fläche bepflanzt und im nächsten Jahr kommen noch einmal drei Hektar dazu. Da alle drei Jahre geerntet wird heißt dies, dass Landwirt Seip ab 2013 etwa 25 -30 Tonnen Hackschnitzel pro Jahr liefern kann. Mit dieser Menge können jährlich immerhin etwa 10.000 Liter Heizöl ersetzt werden. Damit lassen sich drei Einfamilienhäuser mit mittlerer Wärmedämmung beheizen.

Um unsere Energieversorgung zu sichern, brauchen wir Landwirte, die Pflanzen als nachwachsende Rohstoffe anbauen. Die Bioenergie-Region Mittelhessen freut sich deshalb über die Partnerschaft mit dem Landwirt Dieter Seip.

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